RSS лента

барух

Пoлуoткрытoe письмo г-ну Нeдoстoeвскoму

Рейтинг: 5.00. Голосов: 2.
              
Дoрoгoй Фeдeoр Mихaйлoвич,

нe знaю, зaхoдили ли Вы ужe кaк-нибудь в "сeмaнтику". Нa всякий случaй - вoт тут мoя стaтья прo этo:
http://www.21israel-music.com/Semantika.htm,
a сeгoдня чтo-тo нa мeня нaшлo, и я нaписaл дoвoльнo рaдикaльнoe дoпoлнeниe к нeй.
Пoчeму-тo зaхoтeлoсь - пo-нeмeцки; тeкст нeбoльшoй, тaк чтo, нaвeрнoe, нa днях пeрeвeду, - a пoкa чтo, eсли Вaм (и другим гeрмaнoязычным друзьям) интeрeснo, - вoт.

Ich möchte hier einen Gedanken erläutern, der in meinem Versuch einer Definition der Musik in dem Essay über die musikalische Semantik vorkommt. Es ist wahrscheinlich meine wichtigste, zentrale Annahme, zu der ich zwar durch das Nachdenken über die Eigenschaften des musikalischen Inhalts und seiner Entstehung gekommen bin, die aber gleichzeitig alle meine philosophischen und religiösen Überlegungen widerspiegelt. Diese Vorstellung, die für mich typische Unmöglichkeit der Trennung von Kunst, Philosophie und Religion ausdrückt, hat dazu seltsamer- und erfreulicherweise eine Ähnlichkeit zu gewissen modernen wissenschaftlichen Ansichten.
Es handelt sich um die Behauptung, Musik sei eine „Technik der Realitätserzeugung“.
Anstatt „Musik“ könnte ich auch allgemeiner sagen: Kunst; ästhetische Wahrnehmung; menschliche Wahrnehmung; Wahrnehmung überhaupt.
Dabei meine ich nicht, dass durch Musik etwas entsteht, - etwas, was zu der schon vorhandenen Realität hinzukommt,- was es vorher nicht gegeben hat. Es geht (wie eigentlich in dem ganzen „Semantik“-Text) darum, dass Realität und Wahrnehmung zwei einander bestimmende untrennbare Wesen sind, zwei Elemente eines dynamischen Systems.
Ich werde mich weiter des Beispiels der Musik bedienen, mit der Annahme, dass das, was ich
dazu sage, sich auf allgemeineren Ebenen übertragen lässt.
Die Musik (als solche und nicht als akustisches Phänomen) existiert nur im Kopf des Zuhörers, in der Wahrnehmung. Je intensiver, konzentrierter die Wahrnehmung ist, je mehr „Wahrnehmungsmuster“ - Logik, Emotionen, Assoziationen, Sinne - eingeschaltet werden, desto mehr unterscheiden sich die Zeit-, Raum- , Ich-Gefühle von den alltäglichen. Musik ist dann so etwas wie ein Wahrnehmungsmodus, so wie der Traum oder Alltag-Modus, Trance oder Schock. Es macht keinen Unterschied, ob man sie unmittelbar hört, oder nur im Gedächtnis reproduziert, oder – im Falle eines von Geburt an Tauben – durch Vibrationen aufnimmt. Sie wird zur Realität für den Wahrnehmenden , der selbst ein „Stück“ Realität ist, sie durch sein Dasein und sein Zustand beeinflusst und verändert.
Ich nehme an, dass die Möglichkeit eines solchen alternativen Wahrnehmungszustands, Realitätsempfangens/ Realitätserzeugens– der Grund der Existenz der Musik ist. Ich glaube, dass jede Kultur schließlich ein System ist, das bestimmte Möglichkeiten der Techniken anbietet, sich mit der Realität auseinanderzusetzen/ sie zu produzieren. Es sollen solche Muster sein, die variabel genug sind, um jeden oder fast jeden Einzelnen zufrieden zu stellen, sodass mehrere Wahrnehmungen sich in einem gewissen Gebiet überkreuzen und damit die dialektische – lebensnotwendige – Voneinander-Abhängigkeit des Individuums und der Gesellschaft ermöglichen zu können.
Das ist aber nur der Anfang, denn in diesem Bild haben wir noch nichts über die dynamische Beziehung zwischen der Wahrnehmung und der Realität gesagt. Die Spezifik des Wahrnehmungszustandes, den ich als einen „alltäglichen“ bezeichnet habe, liegt auch darin, dass man sie a priori als eine Grundlage, eine „Normalität“ akzeptieren muss (Damit werden das soziale Funktionieren und schließlich das Überleben möglich). Solche „Alltagsrealität“ ist aber auch in sich sehr differenziert, neben ganz allgemeinen physiologisch bedingten Axiomen gibt es viele, die von der ein oder anderen Kultur bestimmt sind: was für ein Mitglied einer bestimmten Epoche als zweifellos real erscheint, existiert für einen Repräsentanten einer anderen Kultur vielleicht gar nicht.
Also eine solche Selbstverständlichkeit ist eine notwendige Eigenschaft des „Alltags- Wahrnehmungsmodus“, was aber kein Beweis für einen größeren „Realitätsgehalt“ ist.
Die Tatsache, dass es auch andere Modi gibt,- eine Erfahrung, die jeder Mensch täglich macht, eingeschlossen auch die großen Metamorphosen, die die Psyche eines Menschen mehrmals während seines Lebens erschüttern können - ermöglicht den Zweifel daran.
In diesem Moment stehen wir vor einer Wahl:
Entweder geht man davon aus, dass es eine objektive, ideale und vollkommene Realität gibt, die unabhängig von menschlichen Wahrnehmung existiert – etwa wie der Platonische Ideenhimmel, - von der der Mensch nur einseitig abhängt und die er sich nur in den seiner persönlichen Entwicklung und Kultur entsprechenden Begriffen, „Kanälen“, sich vorstellt,
oder es gibt nur eine bewegliche Summe von vielen hier-und-jetzt Wahrnehmungen, deren Isoliertheit doch auf eine geheimnisvolle Weise eine Ganzheit hervorbringt.
Dieses Dilemma ist auch am Beispiel der Musik gut sichtbar: gibt es einen objektiven, absoluten Inhalt des Musikstückes, zu dem wir uns nur unendlich nähern können? Gibt es dann aber auch eine göttliche Wahrnehmung, die dieses statische Absolute ewig betrachtet? Oder entsteht der Inhalt jedes Mal neu und jedes Mal anders in dem Akt der Wahrnehmung? Ist diese konkrete einzelne Wahrnehmung dann die aktuelle Realität? Ist diese einzelne Realität dann verbunden mit anderen einzelnen Realitäten?

Oder noch direkter: Gibt es eine Realität außerhalb der Wahrnehmung und unabhängig von ihr?
Ich glaube, dass, wenn man sich auch im Moment vielleicht keine entscheidende Antwort erhoffen kann, es in der Musik wohl bedeutende und festtellbare praktische Unterschiede gibt. Könnte man die großartigen Leistungen einiger Komponisten und Interpreten als Beweis in einem Experiment betrachten, so würden sie für eine relative, bedingte, zweiseitige Beziehung zwischen Realität und Wahrnehmung sprechen: um Werke zu schaffen, die eine unerschöpfliche Palette von Interpretationsmöglichkeiten den Menschen verschiedener Kulturen und Epochen anbieten, haben sie nicht nach „Objektivität“ gesucht, sondern sich in ihrem individuellen Welt- und Sich-Empfinden vertieft…Die Menschheit ist kein „Team“, das mit gemeinsamen Anstrengungen eine gültige Widerspiegelung einer statischen absoluten Realität erarbeitet; sie ist ein Fluss, dessen Bewegung durch einzelne isolierte Teile, d.h. einzelne Beobachter, von denen jeder ein kreativer „Realitätsknoten“ ist, bestimmt wird.

Отправить "Пoлуoткрытoe письмo г-ну Нeдoстoeвскoму" в Google Отправить "Пoлуoткрытoe письмo г-ну Нeдoстoeвскoму" в Facebook Отправить "Пoлуoткрытoe письмo г-ну Нeдoстoeвскoму" в Twitter Отправить "Пoлуoткрытoe письмo г-ну Нeдoстoeвскoму" в del.icio.us Отправить "Пoлуoткрытoe письмo г-ну Нeдoстoeвскoму" в Digg Отправить "Пoлуoткрытoe письмo г-ну Нeдoстoeвскoму" в StumbleUpon

Категории
Без категории

Комментарии

  1. Аватар для Aybolit
    Осёл у Вольтера цитировался, зачем же на свой счёт принимать ))))
    С точки зрения физиологии, идея бесконечности при в-неё-вчувствовании неизбежно приводит к головокружению и фобиям. Страх высоты, агорафобия и прочие синдромчики.
    Я про динамизм уж который пост пишу, а меня всё спрашивают и спрашивают, при чём тут динамизм, странные люди. А при том, что динамизм - это номинализация для выражения ощущения того самого градиента.
  2. Аватар для lerit
    Дорогой Доктор, с таким стилем ответов вопросы не прекратятся...
    Обновлено 04.05.2008 в 16:08 lerit
  3. Аватар для Aybolit
    Да мы просто с разных кочек зрения вещаем, ква-ква.
    Вы же, дорогой Лерит, знаете, что я совершенно чужд лирики и возвышенного как личной эстетической категории.
    Как только Некто, как юная институтка, собирается упасть в обморок при виде какого-либо величественного природного феномена, я, вместо того, чтобы последовать примеру, достаю нашатырный спирт и привожу пациента в чувство.
  4. Аватар для lerit
    А можно пойти навстречу пожеланиям индивида и подстелить что-нибудь мягкое?
  5. Аватар для Aybolit
    «Лёлик, это не наш метод!» © Брильянтовая Рука
    Дело в том, что пока расчувствовавшийся индивид валяется без чувств на чём-то мягком, кто-то может воспользоваться его беспомощным состоянием в корыстных целях, причём неоднократно и в грубой извращённой форме. Поэтому мой метод только кажется негуманным, на самом деле мой истинный кракодилий гуманизм проявляется в том, что малым насилием над личностью я предотвращаю более крупную неприятность, которая может с нею случиться.
  6. Аватар для lerit
    Лучший способ предотвратить крупные неприятности для индивида - сожрать его...
  7. Аватар для Aybolit
    Неправда! Это негуманно! Привести в чувство и отправить домой, к жене, музыкальному центру и компьютеру!
    Понимаете, дорогой Лерит, классики считают, что в животе у Кракодила - темно и сыро и уныло... Вы бы сами хотели там оказаться?
  8. Аватар для lerit
    В Вашем - да!
  9. Аватар для Aybolit
    Кокой ужос... Доктор, доктор! У меня в животе завёлся живой Лерит!!! И самое ужапное - вместе с роялем!!!
  10. Аватар для lerit
    Я еще и заниматься собираюсь. И сам, и с учениками, так что обеспечьте, пожалуйста, условия надлежащие...
  11. Аватар для Aybolit
    Лерит, на всякий случай предупреждаю, что у кракодила выход не там где вход )))
  12. Аватар для lerit
    Ну, если рояль проходит, то остальное не страшно.
  13. Аватар для Aybolit
    Вопрос величия личности... а действительно, кто больше - крупный современный пианист или его инструмент?
  14. Аватар для lerit
    Если Вы имеете в виду Н. Петрова...
  15. Аватар для Антонн
    Дорогой доктор!
    Хочу поразмыслить нащщет динамизма. Только орпеделите сначала корень идеи, которая не дает мне покоя: все кажется, что динамизм и "статизм" - две формы "номинализации", несводимые друг к другу, заложенные, соответственно, метафиз. способностью слуха и метаф. спос-ю зрения, от которых родятся такие дети: пространство и время (именно как ПРОИЗВОДНАЯ от этих первичных спосбностей оппозиция!), объект (видимое) и его действие (слышимое) (дистинкция Аристотеля), идея и история, понимание и познание, внутренний мир и внешний (если время - мера внешних изменений)...
    Вы, доктор, должны увидеть язву на теле сей мозговой установки и установить, тем самым, диагноз ее примитивизма
  16. Аватар для jevlampij
    Не пойму никак: зачем примитивизъму-то диагноз? Што ж он с ним делать-то будет?
  17. Аватар для Антонн
    Тов. блинчанин, Вы усмотрели в этом банальность или противоречивость?
  18. Аватар для jevlampij
    Дак оппозицыя-то тут мню не бинарная отнюдь. Надо пожалуй с мужыками обсудить...
  19. Аватар для Антонн
    Как же это Вы без обсуждения грубо так... Если я себя сам так оценил, то, думаете, и стороннюю оценку безболезненно восприму? Примитивизмом обзывайте тока еси есь наличие чедких снований. Нихарашо, брад.
  20. Аватар для jevlampij
    Дорогой Антонн! Совсем уж старика запутали тенетами словесными вот уж и виноват оказался. Примитивизъм-от с диагнозом у Вас же в сообщении: диагноз мол ее примитивизма. Дак а я-то как не понял так и по сю пору не могу понять ничево... или про што...
Яндекс.Метрика Rambler's Top100